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Alle höhere Lebewesen auf unserer Erde, Pilze, Pflanzen, Tiere und Menschen bestehen aus Zellen, die sowohl jeweils einen Zellkern, wie auch Mitochondrien enthalten. In diesen beiden Zellbestandteilen befindet sich genetische Informationen, die Desoxyribonukleinsäure (englisch: deoxyribonucleic acid = DNA).
In jeder einzelnen Körperzelle (außer bei den Erythrozyten = rote Blutkörperchen und den Thrombozyten = Blutplättchen) ist das gesamte Erbgut vorhanden.
Dieses nennt man GENOM.

Die DNA ist ein langes Kettenmolekül in der Form einer Doppel-Helix (jeweils zwei Basen hängen aneinander, bestehend aus Phosphorsäure oder Phosphat, Zucker (Desoxyribose) und den Basen.
Erstere Bestandteile bilden das Rückgrat des Moleküls, die Anordnung der Basen codieren die Erbinformation.
Es gibt vier Basen: Adenin (A), Guanin (G), Cytosin (C) und Thymin (T)
Das ist der EDV durchaus ähnlich, allerdings gibt es dort nur 2 Möglichkeiten (0 oder 1).
Die DNA hat die Form einer Doppel-Helix, wobei jeweils zwei Basen zusammenhängen (Basenpaare) und über Desoxyribose und Phosphat mit dem nächsten Paar verbunden sind.


Gegliedert ist die DNA in Chromosomen (kleine stäbchenförmige Abschnitte).
Sie bestehen abgesehen von der DNA auch aus viel Protein (Eisweiß).
(Fast) jeder Mensch besitzt 46 Chromosomen.
44 dieser 46 Chromosomen nennt man AUTOSOME. Sie sind immer paarweise (doppelt) vorhanden, also 22 x 2, wobei die Paare völlig ident sind.
Diese Doppelstruktur nennt man DIPLOID

Dazu hat jeder Mensch 2 Geschlechtschromosomen (GONOSOMEN), Frauen 2 X-Chromosomen (ident), Männer ein X und ein Y-Chromosom. Diese GONOSOMEN bestimmen das Geschlecht.
Das Y-Chromosom ist kürzer als das X-Chromosom und das ist wahrscheinlich der Grund, warum Männer eine kürzere Lebenserwartung haben.

Manche Menschen besitzen mehr oder weniger als 46 Chromosomen (Trisomie usw.)

In den Geschlechtszellen (Spermien und Eier) befindet sind nur ein einfachen Chromosomen-Satz, sie sind also HAPLOID.

Jeder Mensch besitzt etwa 3,2 Milliarden dieser Basenpaare (Gigabasenpaare, Gbp).
Dieser DNA-Faden wäre ausgerollt knapp fünf Meter lang.
Diese Basenpaare sind in unterschiedliche Abschnitte geteilt, die unterschiedliche Aufgaben haben. U.a. sind längeren Abschnitten als Gene, d.h. als biologisch aktive Abschnitte (codierte Abschnitte), organisiert. Diese beinhalten Grundinformationen für die Entwicklung des Körpers und sind wichtig für die Herstellung biologisch aktiver RNA (Ribonukleinsäure).
Bisher hat man beim Menschen 23.700 Gene identifiziert.

Bei einem genealogischen DNA-Test werden etwa 700.000 der 3.200.000.000 Basenpaare analysiert, vorrangig aus den nichtcodierten Abschnitten der autosomalen DNA. Das sind nur ca. 0,22% der DNA. Außerdem analysieren die einzelnen DNA-Firmen jeweils unterschiedliche Abschnitte.

Trotzdem erhalten die DNA-Firmen mit den Wattestäbchen natürlich die komplette DNA. Das ist auch für die medizinisch-pharmazeutischen Firmen, mit denen viele dieser DNA-Firmen zusammenarbeiten, von großer Bedeutung.

Wichtig ist, daß die GENETIK (Forschung am Genom) noch voll im Gange ist.
D.h. es werden laufend neue Entdeckungen gemacht und neue Zusammenhänge erkannt.
Das bedeutet natürlich auch, daß sich die Interpretation ändern kann.
Die Interpretation von DNA-Tests ist also keineswegs "in Stein gemeisselt".

Nur in der Fachsprache sind Gene ein Teil der DNA, landläufig werden beide Begriffe synonym verwendet, also DNA = Gene = Genom.

Ich lerne immer gerne dazu. Falls jemand einen logischen Fehler in meinen obenstehenden Ausführungen findet, ist er herzlich dazu eingeladen mir zu schreiben:
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Betreff: DNA-Genealogie

Wien, im August 2018                                                      Günter Ofner

Weiterführender Artikel: http://www.guenter-ofner.at/index.php/dna-genealogie

Kategorie: DNA-Genealogie
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