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Inmitten der österreichischen Länder lagen jahrhundertelang einige "Inseln", die politisch zum "Ausland" gehörten.
Dieses "Ausland" waren durchwegs geistliche Fürstentümer des Heiligen Römischen Reiches.
Für diese Orte waren also nicht die Habsburger die weltlichen Landesherrn, sondern der jeweilige Bischof bzw. Erzbischof.
Das ist für die historische und genealogische Forschung von Relevanz, weil die weltliche und geistliche Geschichte dieser Orte in diesen Bistumsarchiven dokumentiert ist.

 

1. Bamberger Besitz

Im Wiener Vertrag vom 27. Jänner 1535 übergab der bambergische Bischof die oberste Gerichtsbarkeit, das Besteuerungs- und Geleitrecht sowie die Militärhoheit über seine Enklaven in Kärnten für 101 Jahre an Österreich. Bambergs "landesfürstliche Obrigkeit", die Reichsunmittelbarkeit seiner Kärntner Herrschaften, wurde formal aufrechterhalten, war aber de facto vorüber. 1674/75 verzichtete der damalige Fürstbischof von Bamberg auch formal auf die "landesfürstliche Obrigkeit" über die Kärntner Besitzungen, die damit auf das Herzogtum Kärnten, also die Habsburger, überging.
Am 5. Mai 1759 verkaufte der Fürstbischof von Bamberg seinen gesamten Besitz in Kärnten an das Erzhaus Österreich.

2. Salzburger Besitz

Mit dem Rezess von Wien vom 25. Oktober 1535 wurden die salzburgischen Enklaven in der Steiermark und Kärnten der Souveränität der jeweiligen (habsburgischen) Landesherren unterstellt und mußten Steuern an sie bezahlen, blieben ansonsten, auch in der Gerichtsbarkeit, aber autonom. Die Steuern wurden von Salzburger Amtleuten bemessen und eingetrieben, Salzburger Vizedome, Hauptleute und Hofmeister erhielten Sitz und Stimme in den Landtagen. Salzburger Untertanen dieser Enklaven duften mit ihren Erzeugnissen in den österreichischen Ländern ungehindert Handel betreiben.

3. Freisingischer Besitz
Den Bischöfen von Freising gelang es nicht in ihren Besitzungen in Niederösterreich, der Krain und Tirol ihre Landeshoheit auch formal durchzusetzen. Trotzdem waren sie dort bis 1803 die bestimmende Kraft.

 

NIEDERÖSTERREICH:
Bach-, Ober- und Mitterarnsdorf standen von 860 bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Groß-Enzersdorf stand von 1202 bis 1803 im Besitz des Hochstiftes Freising (mit dem Status einer Hofmark)
Hollenstein stand von 995 bis 1803 im Besitz des Hochstiftes Freising (mit dem Status einer Hofmark)
Neuhofen an der Ybbs stand von 996 bis 1803 im Besitz des Hochstiftes Freising (mit dem Status einer Hofmark)
Oberwölbling stand von 1144 bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg (Kloster Nonnberg)
St. Pölten stand vom 9. Jht. bis 1481, de jure bis 1491 im Besitz des Fürstbistums Passau
Traismauer stand von 860 bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Waidhofen an der Ybbs „Bayrisch Waidhofen“ stand von 1053 bis 1803 im Besitz des Hochstiftes Freising (mit dem Status einer Hofmark)
Ulmerfeld stand von 995 bis 1803 im Besitz des Hochstiftes Freising (mit dem Status einer Hofmark)


OBERÖSTERREICH:
Kirchdorf an der Krems, Hausmanning, Seebach und Teile von Kremsdorf standen von der zweiten Hälfte des elften Jahrhunderts bis 1811 im Besitz des Hochstiftes Bamberg

STEIERMARK:
Baierdorf
stand bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Bischoffeld
stand bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Deutschlandsberg und Umgebung
standen 970 bis 1595 und wieder 1630 bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Fohnsdorf stand bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Gröbming
mit dem Wölzer- und Katschtal standen von 1202 bis 1803 im Besitz des Hochstiftes Freising (mit dem Status einer Hofmark)
Haus stand bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Leibnitz, Arnfels und Umgebung standen 970 bis 1595 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Nenhersdorf (südöstlich von Leoben) stand bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Neumarkt stand bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Pettau und Umgebung standen vom 9. Jht. bis 1490 und 1511 bis 1555 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Rann (slowen. Brežice) mit den benachbarten Herrschaften Lichtenwald (slowen. Sevnica), Reichenburg (slowen. Brestanica), Pischätz (slowen. Pišece) und Reichenstein (slowen. Raštanj) (ca. 300 qkm) standen 1041/45 bis 1590 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg


KÄRNTEN:
Feldkirchen
stand von 1166 bis 1759 im Besitz des Hochstiftes Bamberg
Friesach, Althofen und Umgebung standen von (spätestens) 860 bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Griffen und die Umgebung stand von 1007 bis 1759 im Besitz des Hochstiftes Bamberg
Kanaltal stand bis 1759 im Besitz des Hochstiftes Bamberg
oberes Lavanttal stand bis 1759 im Besitz des Hochstiftes Bamberg
Nennersdorf und Umgebung stand bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Maria Saal und Umgebung stand bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Stall (im Mölltal) stand von 1149 bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Stein stand bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg
Tarvis stand von 1007 bis 1759 im Besitz des Hochstiftes Bamberg
Villach stand von 1007 bis 1759 im Besitz des Hochstiftes Bamberg
Wolfsberg stand von 1007 bis 1759 im Besitz des Hochstiftes Bamberg

KRAIN:
Bischofslack
(slowe. Škofja Loka) stand von 973 bis 1803 im Besitz des Hochstiftes Freising (mit dem Status einer Hofmark)
Klingenfels, Herrschaft stand bis 1622 im Besitz des Hochstiftes Freising (mit dem Status einer Hofmark)

TIROL:
Innichen (ital. San Candido) stand von 783 bis 1803 im Besitz des Hochstiftes Freising (mit dem Status einer Hofmark)
Lengberg stand bis 1803 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg

 

https://www.sn.at/wiki/Erzbistum_(%C3%9Cberblick)

Das Erzstift Salzburg erlebte seine größte flächenmäßig Ausbreitung unter Erzbischof Pilgrim II. von Puchheim (1365 - 1396). Damals umfasste der weltliche Herrschaftsbereich des Erzbischofs folgende Gebiete: das Gebiet des heutigen Bundeslandes; in Nordtirol: das Zillertal, das Brixental mit Itter - Hopfgarten - Westendorf - Brixen - Kirchberg und die Kitzbüheler Alpen an der Grenze zum Bundesland Salzburg; in Osttirol: das Gebiet vom Felber Tauern - Matrei - Hopfgarten im Defreggental und das Gebiet um den Stallersattel; in Kärnten: das Gebiet um Stall im oberen Mölltalbis Schloss Lengberg (Osttirol, nahe von Dölsach), das Lurnfeld nordwestlich von Spittal an der Drau, Gmünd, Maltatal und die Nockberge, das Gebiet südöstlich von Maria Saal, Taggenbrunn, das Gebiet östlich von Friesach und Althofen einschließlich beider Orte, Lichtenberg, Stein, St. Andrä, Löschtental und Lavamünd; in der Steiermark: Haus und Gröbming im Ennstal, Neumarkt, das Gebiet nordwestlich von Deutschlandsberg, das Gebiet zwischen Leibnitz und Arnfels, Straßgang südlich von Graz; in Slowenien: das Gebiet nördlich und östlich von Pettau, heute Ptuj; Zwettendorf, an der Sava: das Gebiet um Lichtenwald, Reichenstein, Rann und Reichenburg; in Niederösterreich: Arnsdorf, Wölbling und Traismauer; in Bayern: Gebiete um Mittergars und Mühldorf am Inn, das Gebiet westlich von Tittmoning über Tettelham, Halmberg, Raschenberg, Stauffeneck bis Plain bei Reichenhall sowie die Propstei Berchtesgaden;

Quelle: https://www.sn.at/wiki/Erzbistum_(%C3%9Cberblick) © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2018